Archivseite

Hier finden Sie ältere Beiträge und Projekte. Wechseln Sie zurück zur aktuellen Site, um neueste Informationen zu erhalten.


deutsch
english

Erdxylophon

Instrumentenbau-Projekt für kleine Gruppen

  • Projektdauer: 2 Tage bis eine Woche
  • Teilnehmer: Erwachsene, Jugendliche, Kinder nach Absprache
  • Raumbedarf: draußen oder Werkraum ab 30 qm, nach Absprache
  • Werkzeug: wird gestellt


Das erste Erdxylophon entstand zum 2. Künstlersymposium in Reiskirchen-Ettinghausen 1991. Es war inspiriert von den überall im Garten herumliegenden Eichenbalken sowie einer intensiven Auseinandersetzung mit afrikanischer Musik. In Afrika werden Großxylophone unter anderem benutzt, um auf den Feldern die Ernte zu schützen. Die Musik hält die Tiere fern und vertreibt den Wächtern gleichzeitig die Langeweile.

Bei den Amadinda-Orchestern Ugandas und den Marimba-Orchestern in Guatemala spielen immer mehrere Musiker an einem Instrument. Sie „verzahnen“ ihre musikalischen Bewegungsmuster, und orientieren sich im Zusammenspiel über Ohren und Augen.

Diese afrikanische Spielweise der Groß-Xylophone verlangt eine Gruppe von Spielenden, die sich die Klangstäbe aufteilt. Über Bewegungsmuster entstehen so sich vernetzende Rhythmen. Unterschiedliche Grade von Könnerschaft finden in einem solchen Spielkonzept an einem Instrument ihren Platz und sinnvollen Einsatz. All diese „Spielregeln“ lassen sich Kindern gut vermitteln. 

Das Erdxylophon ist 1.8-2.5 Meter lang und bietet mit seinen 12-16 Klangstäben 6-12 SpielerInnen Platz. Die mobile Version kann auf dem Boden liegend oder auf einem Tisch (Stehhöhe) gespielt werden. Es hat keinen Resonanz-Körper, ist schnell zu demontieren, transportabel und problemlos zu verstauen. Deshalb ist es für mobile Projekte und kleine Einrichtungen optimal verwendbar.

Geringe Materialkosten, äußerste Stabilität und Spielbarkeit für bis zu 10 Personen prädestinieren dieses Instrument für den Bau innerhalb einer Projektwoche mit Kindern oder bei einer Fortbildung für pädagogische Mitarbeiter. Der Resonanzkörper des draußen fest eingebauten Erdxylophons ist eine holzverschalte Grube (ca. 2,5 x 4,5 Meter), über der 12 Klangstäbe auf drei Meter langen Balken schweben. Die auf dem Rand der Grube sitzenden Spieler können die Beine unter das Xylophon strecken und so den Klang bis zur Magengegend intensiv spüren. Cirka 20 Kinder passen um dieses Instrument herum und können darauf zusammen spielen. In beiden Versionen entsteht eine Situation, die in sowohl kommunikativer als auch optischer Hinsicht an einen Tisch erinnert.

Die enge Lage der Klangstäbe lässt eine Benutzung des Xylophons als „Picknick-Tisch“ durchaus zu. Das enge Zusammensitzen der Spielenden erleichtert die musikalische Kommunikation und das Erfinden von passenden musikalischen Spielen und Improvisations-Regeln. Die Verfügbarkeit des gleichen Spielmaterials für alle Beteiligten fördert den Austausch von Rhythmen, Melodien, und Bewegungs-pattern und lässt keine Konkurrenz um „wichtigere“ oder lautere Instrumente aufkommen. In der Bau-Projektwoche verschafft ein Hands-On-Museum mit 10 verschiedenen Xylo- und Metallophonen einen Einblick in die Evolution der Instrumentengattung und vermitteln Anregungen zum Experimentieren und Einblick in die Klangphysik. Die Kinder können ein einfaches, billiges Xylophonmodell aus Dachlatten selber bauen und mit nach Hause nehmen. Die im Museum und beim Bau gesammelten Erfahrungen lassen sich dann beim Konstruieren des großen Erdxylophons vertiefen.